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209 Stunden mit Bonnie.

„Gedanken wollen oft – wie Kinder und Hunde -, dass man mit ihnen im Freien spazieren geht.“

Christian Morgenstern (* 6. Mai 1871 in München; † 31. März 1914 in Untermais, Tirol, Österreich-Ungarn) Dichter, Schriftsteller und Übersetzer

Meine neue Arbeit im tierischen Waisenhaus hat erste Auswirkungen auf das Privatleben, durchweg schöne allerdings. Bonnie zum Beispiel.

So viele Tiere wie es in Tierheimen gibt, so viele Geschichten dazu gibt es und ganz gleich wie sie alle lauten mögen, sie sind letztlich alle egal. Gehts dem Tier nicht gut, dann braucht es Hilfe. Bonnie (ca. 17 Jahre) gings altersbedingt nicht mehr gut und der ärztliche Rat lautete: Sie hat aufgegeben und braucht eine Pflegefamilie. Und die wurden wir.

Was folgte waren nicht mal ganz 9 Tage, in denen Bonnie ein ganzes Hundeleben im Zeitraffer Revue passieren lassen liess und wir durften ihr dabei zuschauen und sie begleiten. Baden in der Talsperre Bautzen, Gänsen am Po riechen, Löcher graben, kleine Gassigänge, aus dem Klo trinken, usw.

Zwei schwache Tage wurden mit einer Spritze wieder in gute Tage verwandelt…aber dann kam der siebente Tag und diesmal wirkte die Spritze nicht mehr.

Was uns dann blieb, war sie fürsorglich bis ans Ende zu begleiten und sie los zu lassen.

„My Bonnie is over the ocean
My Bonnie is over the sea“

Übrig geblieben ist ein großes Loch im Alltag und die fast genau so große Überraschung, dass es in so kurzer Zeit so groß werden konnte. Kleine Pfoten machen manchmal eben auch große Abdrücke innendrin.

Auch wenns hart war und ist, ich würds wieder tun. Es ist so sehr zum heulen wie es schön und richtig war. ☯

Habs leider nicht senkrecht konvertiert bekommen…naja. 🙂